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Neuseeland – auf den beiden Inseln am anderen
Ende der Welt ist die Landwirtschaft und seit
einigen Jahren besonders die Milchproduktion
ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Über 90 % der
erzeugten Milch wird exportiert, das macht mehr als
20 % des Exportertrages des Landes aus. Die Milch
(14 Mrd. l) erzeugen 3,9 Mio. Kühe auf 12 000 Farmen, in
der Regel Holstein x Jersey-Kreuzungen. Grund genug,
die alle fünf Jahre stattfindende Mastitiskonferenz
Ende März dieses Jahres im neuseeländischen
Christchurch zu veranstalten. Die Konferenz, an der
mehr als 500 Besucher aus der ganzen Welt teilnahmen,
wird von der International Dairy Federation (IDF)
ausgerichtet. Die IDF ist eine Schlüsselorganisation
aller Berufsgruppen, die sich mit Milcherzeugung und
-verarbeitung weltweit beschäftigt. Seit den 1960er-
Jahren erforscht eine Expertengruppe innerhalb der
Federation die Entstehung, Bekämpfung und Vorbeuge
der Mastitis.
Krankheiten früh erkennen und rechtzeitig bekämpfen
– dazu stehen auch in der Tierhaltung immer neue
technische Möglichkeiten zur Verfügung. In einem
der Schwerpunktvorträge des Kongresses ging Ynte
Schukken von der Cornell University in New York kritisch
auf neue technologischen Möglichkeiten ein. Oft
sind die Verfahren deutlich teurer als die etablierten
Methoden. Diese Mehrkosten müssen sich allerdings
für die Betriebe rechnen. Und vor allem ist es bei
diesen Techniken wichtig, dass die Ergebnisse richtig
interpretiert und genutzt werden können – dazu
braucht es jedoch Erfahrung im Umgang mit den
Ergebnissen, die diese Methoden liefern.
Nicht nur bei der Erkennung kranker Tiere, auch
bei der Erkennung von Mastitiserregern gibt es
Fortschritte. So können Bakterien in Milchproben
mit Hilfe eines PCR (polymerase chain reaction)
-Verfahrens deutlich schneller nachgewiesen werden,
als mit der herkömmlichen Bakterienkultur.
Im Gegensatz zur Kultur findet die PCR-Methode
allerdings auch bereits abgetötete Erreger.
Deswegen muss noch genauer überprüft werden,
wie die Ergebnisse solcher molekularbiologischen
Untersuchung zu interpretieren sind. Sicher steht
jedoch fest, dass die Bakterienkultur nicht einfach
mit der PCR-Methode ersetzt werden kann.
Die Behandlung der Mastitis ist weiterhin ein lohnendes
Forschungsfeld. Die Anwendung bereits
zugelassener Medikamente in neuen Therapieregimen
untersuchten mehrere Forschungsgruppen. Bei der
Anwendung von Penicillinprodukten fanden gleich
zwei Forschergruppen Hinweise dafür, dass eine
verlängerte Behandlungsdauer bei bestimmten
Euterentzündungen den Heilungserfolg verbesserte.
Weitere Belege gab es auch für den Nutzen der
kombinierten Behandlung von milden klinischen
Mastitiden mit Antibiotika und Entzündungshemmern.
So konnten neuseeländische Forscher zeigen, dass
Kühe, die zusätzlich zum Antibiotikum einmalig mit
Meloxicam behandelt worden waren, signifikant niedrigere
Zellzahlen als die Kühe hatten, die lediglich
antibiotisch behandelt worden waren. Darüber hinaus
mussten in der kombiniert behandelten Gruppe
deutlich weniger Tiere im Laufe der Laktation gemerzt
werden.
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