|

Das Porcine Circovirus Typ 2 (PCV2) ist weltweit
in Schweinebeständen vorhanden und kann
hohe Schäden bei den Zuchtsauen, in der
Ferkelaufzucht und vor allem in der Schweinemast
verursachen. Ein niederbayerischer Ferkelerzeugerund
Schweinemastbetrieb (Name der Redaktion
bekannt) hatte im Bestand in den Jahren 2004
bis 2008 eine massive Circovirus-Infektion und
dadurch hohe Verluste in der Ferkelaufzucht
und Mast. Der Betrieb hält 125 Zuchtsauen mit
24 aufgezogenen Ferkeln je Sau und Jahr. Die
Mast wird von 30 bis 116 kg LG durchgeführt.
Bisher erzeugte der Betrieb mit 450 Mastplätzen
jährlich etwa 1300 Mastschweine. 2011 wurde
ein neuer Schweinemaststall mit 700 Mastplätzen
(7 x 100 Plätzen) gebaut. In diesem Stall sind die
bisherigen Mastleistungen sehr gut. 2012 wurden
bereits 1100 Mastschweine mit durchschnittlichen
täglichen Zunahmen von 860 g erzeugt.

Die enormen gesundheitlichen Probleme aufgrund des
Circovirus traten im gesamten Schweinebestand auf.

Dies führte in der Ferkelaufzucht und vor allem in der
Schweinemast zu großen Verlusten und finanziellen
Einbußen. Selbst die Zuchtsauen erkrankten an dem
Virus. Sie hatten eine schlechtere Fruchtbarkeit,
geringere Ferkelzahlen und die jährliche Abgangsrate
der Sauen lag bei 51,8 % – jede zweite Sau musste
ersetzt werden. Bei den Mastschweinen trat öfters
Kümmern auf. Die Tiere wuchsen auseinander, es
zeigten sich krankhafte Veränderungen der Haut,
außerdem kam es vermehrt zu vorzeitigen Abgängen,
zu Totalverlusten und zu schlechten Tageszunahmen.

Als erste Hilfsmaßnahme führte der Betrieb 2007 bis
2008 die Circo-Impfung bei den Zuchtsauen und
Jungsauen ein. Diese Impfung brachte zwar eine
Verbesserung bei der Gesundheit der Sauen und in
der Ferkelaufzucht, die passive Immunisierung der
Ferkel über die maternalen Antikörper der Sauenmilch
reichte aber nicht aus, um die Mastschweine in der
gesamten Mast gegen das Virus zu schützen. Die
gesundheitlichen Probleme der Masttiere verlagerten
sich nur: Während bei den nicht geimpften Sauen
die Ferkel bereits in einem sehr frühren Stadium im
Bereich von 20 bis 40 kg LG erkrankten, traten bei
den geimpften Sauen die Krankheitssymptome der
Mastschweine später bei einem Lebendgewicht von
60 bis 80 kg auf. Die Zuchtsauenimpfung wurde
daher im Juni 2008 eingestellt. Die Impfung der
Jungsauen behielt der Betrieb bei, sie erhalten vor
der Belegung eine Grundimmunisierung durch eine
Schutzimpfung.

Seit Mai 2008 impft der Betrieb nun auch die Ferkel
gegen das Circovirus. Der Impfstoff wird zusammen
mit der Mykoplasmen-Impfung als 1-Shot Impfung durchgeführt, wobei die beiden Einzelimpfstoffe
gemischt und als Einmalimpfung verabreicht werden.
Durch die Kombi-Impfung erleiden die Ferkel weniger
Stress, sie sind gut geschützt gegen Circoviren und
Mykoplasmen, außerdem ist der Arbeitsaufwand für
den Betrieb wesentlich geringer. Die Leistungen in
der Sauenhaltung sowie der Schweinemast werden
drei Jahre vor und drei Jahre nach der Circo-Impfung
der Ferkel verglichen.

Der Vergleich dieser Leistungsdaten (siehe Tabelle 1)
zeigt, dass die Circo-Impfung die Gesundheit und
Fruchtbarkeit der Sauen wesentlich verbessert.
Die Zahl der geborenen Ferkel je Sau und Jahr
hat sich um 2,6 Ferkel erhöht und die Zahl der
aufgezogenen Ferkel um 2,3 Ferkel verbessert. Die
Bestandsergänzung (Remontierung) ist bei den Sauen
um 14,2 % zurückgegangen, was bedeutet, dass
bei diesem Betrieb jährlich 18 Zuchtsauen weniger
ausgeschieden sind und durch Jungsauen ersetzt
werden mussten.

Bei den Mastschweinen (siehe Tabelle 2) hatte die
Circo-Impfung der Ferkel einen enormen Erfolg:
Die Verluste haben sich um 2,5 % reduziert
und die vorzeitigen Abgänge sind fast auf Null zurückgegangen. Die täglichen Zunahmen
stiegen um 127 g je Tier und Tag an, die
Mastdauer verkürzte sich um 13 Tage und die
Futterverwertung verbesserte sich um 0,10 kg
Futter je kg Gewichtszuwachs.
Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit
dieser Impfmaßnahme ergibt sich für den
Betriebsbereich Zuchtsauen und Ferkelaufzucht
aufgrund von weniger Sauenabgängen
und mehr abgesetzten Ferkel je Sau
ein Mehrgewinn von etwa 11.500 € (siehe
Übersicht 1). Für die Schweinemast stellt sich
die Rechnung noch positiver dar: Hier summiert sich der Mehrgewinn aufgrund gesteigerter täglicher
Zunahmen und weniger Tierverluste auf knapp
22.500 € (siehe Übersicht 2). Nach Aussagen des
Betriebleiters bestätigen die Buchführungsergebnisse
der letzten acht Jahre diesen Mehrgewinn. Für ihn
stellt sich keine Impfmaßnahme in seinem Betrieb
so erfolgreich dar wie die Circo-Schutzimpfung der
Ferkel.
Hohe Verluste bei der Ferkelaufzucht und bei
der Schweinemast waren die Ursachen einer
nachgewiesenen massiven Circovirus-Infektion
in einem niederbayerischen Schweinebestand.
Die Impfung der Zuchtsauen ohne Ferkelimpfung
brachte bei diesem Betrieb zwar eine gesundheitliche
Verbesserung bei den Zuchtsauen und in der
Ferkelaufzucht, aber keine spürbaren Verbesserungen
bei den Mastschweinen. Erst durch die Impfung der
Ferkel wurde die Gesundheit der Mastschweine
über die gesamte Mastdauer wesentlich verbessert.
Der Ferkelerzeuger- und Schweinemastring in
Niederbayern hat die Leistungszahlen ermittelt und
ausgewertet.

|